Bischof Benno Elbs: «Die wichtigen Dinge im Leben sind geschenkt»
- Andreas Krättli
- vor 13 Stunden
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Gesundheit, Hoffnung, Vertrauen und Zuversicht kann man nicht kaufen. Daran erinnerte Bischof Benno Elbs am Staatsfeiertag in Liechtenstein. Nach der Segnung auf der Schlosswiese sprach Podcasthus.li Moderator Andreas Krättli mit dem Apostolischen Administrator über Dankbarkeit, Verantwortung und einen besonderen Moment, den er am Tag zuvor in der Kathedrale in Vaduz erlebt hatte.

Podcasthus.li Moderator Andreas Krättli im Gespräch mit Bischof Benno Elbs am Staatsfeiertag auf der Schlosswiese in Vaduz. Foto: Podcasthus.li
Nach den Ansprachen beim Staatsakt gehört die Segnung zu jenen Momenten auf der Schlosswiese, bei denen für einen Augenblick Ruhe einkehrt. Bischof Benno Elbs spendete den Segen und sprach dabei auch über Dankbarkeit und Liebe.
Was bedeutet ihm selbst dieser Moment am Liechtensteiner Staatsfeiertag?
«Für mich ist das immer ein besonderer Moment, weil ich der Überzeugung bin, dass die wichtigen Dinge im Leben alle geschenkt sind», sagte Elbs im Gespräch mit Podcasthus.li.
Gesundheit, Hoffnung, Vertrauen und Zuversicht könne man nicht kaufen, «mit wie viel Geld auch immer». Es seien Geschenke von Menschen und letztlich Geschenke Gottes.
Für Elbs gehört dazu aber noch etwas anderes: Verantwortung.
«Daraus kommt natürlich für mich auch die Haltung, dass man Verantwortung für die Welt übernehmen muss, respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen und daran denken soll, dass wir dafür verantwortlich sind, dass es auch anderen gut geht.»
Dankbarkeit und Verantwortung sind für ihn damit zwei wesentliche Gedanken, die er mit dem Staatsfeiertag verbindet.
Ein Heiratsantrag mitten in der Kathedrale
Wie unmittelbar solche Gedanken manchmal mit dem Alltag zusammentreffen, hatte Benno Elbs erst einen Tag zuvor selbst erlebt.
Während der Anbetung in der Kathedrale in Vaduz bemerkte er hinter sich eine Bewegung. Als er sich umschaute, sah er einen jungen Mann, der gerade vor seiner Partnerin niederkniete.
«Dann hat gerade ein junger Mann seiner Geliebten einen Heiratsantrag gemacht. Er ist niedergekniet, hat ihr einen Ring überreicht», erzählt Elbs.
Damit war die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Der Bischof sprach das Paar anschliessend an und fragte, ob er ein Foto von den beiden machen solle. Das Angebot nahmen sie gerne an.
Auch für Benno Elbs war die Szene aussergewöhnlich.
«Das habe ich bisher noch nie erlebt, dass jemand einen Hochzeits bzw. Heiratsantrag in der Kirche gemacht hat.»
Für das Paar sei die Kathedrale offenbar genau der richtige Platz gewesen. «Das schien mir ein schöner Ort für die zwei Leute zu sein», sagte Elbs.
Staatsfeiertag zwischen offiziellen Aufgaben und Begegnungen
Für den Bischof hatte der Staatsfeiertag bereits früh begonnen. Am Morgen feierte er die Messe in der Kathedrale, anschliessend folgte die Segnung beim Staatsakt auf der Schlosswiese.
Danach wollte er nicht gleich wieder verschwinden.
«Jetzt bleibe ich noch ein bisschen hier, rede mit den Leuten», sagte Elbs. Wenn es die Zeit zulasse, wolle er später vielleicht noch etwas nach Vaduz gehen.
Neben den offiziellen Programmpunkten sind es damit auch die persönlichen Begegnungen, die diesen Tag prägen.
Und manchmal entstehen daraus Geschichten, mit denen selbst ein Bischof nicht gerechnet hat.
So wie am Tag zuvor in der Kathedrale, als Benno Elbs plötzlich nicht derjenige war, der einen besonderen Moment gestaltete, sondern einfach dessen zufälliger Zeuge wurde.
Von Andreas Krättli



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