Neu: Podcast zum Tag der Menschenrechte 2025
- Andreas Krättli
- 12. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Am Internationalen Tag der Menschenrechte stand in Liechtenstein ein Thema im Zentrum, das für jede funktionierende Demokratie grundlegend ist: die Meinungsäusserungsfreiheit und das Recht auf Information.

Unter dem Titel „Freiheit, Fakten, Fakes“ organisierte der Verein für Menschenrechte in Liechtenstein am 10. Dezember eine öffentliche Veranstaltung im kleinen Saal des SAL in Schaan. Partner der Veranstaltung waren Podcasthus.li und Amnesty International Liechtenstein.
Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Grundrechte, die eng miteinander verbunden sind. Meinungsfreiheit braucht Zugang zu verlässlicher Information. Und Information entfaltet ihre Wirkung erst dort, wo sie eingeordnet, verstanden und diskutiert werden kann.
Die Diskussionsteilnehmer: Doris Quaderer, Patricia Schiess, Moderator Andreas Krättli, Patrik Schädler, und Raphaela Cueni. (Foto: Paul Trummer )
Stimmen zum Auftakt
Zu Beginn der Veranstaltung ordnete Wilfried Marxer, Präsident des Vereins für Menschenrechte in Liechtenstein, die Bedeutung von Meinungs- und Informationsfreiheit ein. Er machte deutlich, dass diese Rechte Voraussetzung dafür sind, dass Menschen sich eine fundierte Meinung bilden und am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Wilfried Marxer, Präsident des Vereins für Menschenrechte in Liechtenstein, eröffnete die Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte im SAL in Schaan. (Foto: Paul Trummer)
Es folgte das Grusswort von Regierungsrat Emanuel Schädler, der betonte, dass Meinungsfreiheit immer auch Verantwortung einschliesst. Er verwies dabei auf einen Gedanken der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann: „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Für ihn gehört dieser Grundsatz zum Kern eines respektvollen öffentlichen Gesprächs.

Regierungsrat Emanuel Schädler richtete das Grusswort aus und betonte die Verantwortung, die mit Meinungsfreiheit und dem Recht auf Information verbunden ist. (Foto: Paul Trummer)
In einer Keynote führte Raphaela Cueni, Assistenzprofessorin an der Universität St. Gallen und Präsidentin der Schweizerischen Menschenrechtsinstitution, in das Thema ein. Sie spannte den Bogen von heutigen Kommunikationsräumen über Informationsfülle bis zur Frage, wie Meinungsfreiheit unter diesen Bedingungen ihre demokratische Funktion erfüllen kann.

Raphaela Cueni, Assistenzprofessorin an der Universität St. Gallen und Präsidentin der Schweizerischen Menschenrechtsinstitution, führte mit einer Keynote in das Thema ein. (Foto: Paul Trummer)
Literarisch begleitet wurde der Abend von Mathias Ospelt, Autor und Präsident des PEN-Clubs Liechtenstein. Mit drei Texten setzte er Akzente zu Sprache, Öffentlichkeit und der Kunst, Unbequemes auszusprechen.

Mathias Ospelt, Autor und Präsident des PEN-Clubs Liechtenstein, setzte mit literarischen Beiträgen Akzente zur Rolle von Sprache, Öffentlichkeit und Meinungsfreiheit. (Foto: Paul Trummer)
Die Podiumsdiskussion
Den Kern des Abends bildete die Podiumsdiskussion mit vier Fachpersonen, die seit vielen Jahren in diesen Themenfeldern arbeiten:
Doris Quaderer, Journalistin, ehemalige Chefredaktorin des Liechtensteiner Volksblatts und letzte Geschäftsführerin von Radio Liechtenstein
Patricia Schiess, Juristin am Liechtenstein-Institut und Expertin für Informationsrecht
Raphaela Cueni, Universität St. Gallen, Präsidentin der Schweizerischen Menschenrechtsinstitution
Patrik Schädler, ehemaliger Chefredaktor des Liechtensteiner Vaterlands, heute Universität Liechtenstein
Die Podiumsdiskussion durfte ich, Andreas Krättli, moderieren. Im Zentrum standen Fragen zur Medienlandschaft in Liechtenstein, zum Zugang zu Information, zur Verantwortung im öffentlichen Diskurs sowie zu den strukturellen und finanziellen Bedingungen für Journalismus.
Deutlich wurde, dass Information heute zwar im Überfluss vorhanden ist, dass es aber zunehmend an Zeit, Ressourcen und Strukturen für gründlich recherchierten und einordnenden Journalismus fehlt. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig Medienkompetenz, Vertrauen und transparente Rahmenbedingungen für eine lebendige Demokratie sind.
Der Podcast
Die nun veröffentlichte Podcastfolge verbindet journalistisch eingeordnete O-Töne aus den Eröffnungsbeiträgen mit dem Mitschnitt der gesamten Podiumsdiskussion. Sie versteht sich als dokumentierendes Gesprächsformat und als Einladung, die Debatte weiterzuführen.

Christian Blank, Geschäftsführer des Vereins für Menschenrechte in Liechtenstein, führte als Gastgeber durch den Abend. (Foto: Paul Trummer)
Mein Dank gilt allen Beteiligten für die Offenheit, die inhaltliche Tiefe und die konstruktiven Gespräche. Ebenso danke ich dem Verein für Menschenrechte in Liechtenstein für das Vertrauen und die Zusammenarbeit.
Der Podcast ist jetzt auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube und SoundCloud verfügbar.































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