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Wie gut informiert ist Liechtenstein: Die Medien-Debatte live aus Triesen

  • Autorenbild: Andreas Krättli
    Andreas Krättli
  • 13. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Mai


𝗧𝗿𝗶𝗲𝘀𝗲𝗻, 𝟭𝟯. 𝗠𝗮𝗶 𝟮𝟬𝟮𝟲 – Bei der ersten Live-Videopodcast-Produktion von podcasthus.li im Gemeindesaal Triesen versammelten sich die führenden Köpfe der regionalen Medienwelt zu einer zukunftsweisenden Debatte.


Im Zentrum der Diskussion standen die neu formierte Medienkommission, innovative Modelle und die Dynamik der staatlichen Anschubfinanzierung. Die Debatte machte unmissverständlich klar: Unabhängige Information ist kein Luxusgut, sondern die kritische Infrastruktur unserer Gesellschaft.


Der vollständige Videopodcast dieser zukunftsweisenden Debatte ist ab sofort auf podcasthus.li sowie auf allen gängigen Plattformen wie YouTube, SoundCloud, Apple Podcasts und Spotify abrufbar.



Das Podium: Neue Rahmenbedingungen für die Medienzukunft

Der Abend im vollbesetzten Saal zeigte, dass sich in Liechtensteins Medienlandschaft gerade grundlegend etwas bewegt. Andreas Krättli (Moderation / podcasthus.li) betonte den gemeinsamen, konstruktiven Blick nach vorn:

„Trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle eint uns das Ziel: Starker Qualitätsjournalismus für ein informiertes Liechtenstein.“

Moderator Andreas Krättli, Medienminister Hubert Büchel, SRG-Journalistin Henriette Engbersen und ORF-Vorarlberg Landesdirektor Markus Klement v.l.n.r. Foto: Silvia Abderhalden
Moderator Andreas Krättli, Medienminister Hubert Büchel, SRG-Journalistin Henriette Engbersen und ORF-Vorarlberg Landesdirektor Markus Klement v.l.n.r. Foto: Silvia Abderhalden

Medienminister Hubert Büchel zog eine positive Bilanz der neuen Fördermassnahmen und blickte mit einer Prise Selbstironie auf den eingeleiteten Wandel zurück:

„Das Zitat mit der Geröllhalde von einem der ersten Interviews von mir hält sich. War vielleicht im jugendlichen Leichtsinn am Anfang von meiner Regierungskarriere, dass ich den Ausdruck gewählt habe. Ich wollte damit nur sagen, wir hatten das Volksblatt verloren, dann das Radio L. Es sind ein paar zarte Pflänzchen gesprossen.“

Dass Liechtenstein mutig seinen eigenen, innovativen Weg gehen muss, untermauerte auch der Blick der internationalen Gäste. Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg) unterstrich die gesellschaftliche Tragweite dieses Neustarts:

„Ich denke, man hat der liechtensteinischen Seele ein bisschen das Herz herausgerissen. Medien sind immer auch ein Abbild der Gesellschaft.“

Für Henriette Engbersen (Leiterin Public Value SRG SSR) ist die Stärkung professioneller Medien gerade in Zeiten digitaler Umbrüche die entscheidende Basis:

„Viele Menschen können heute kaum noch zwischen Influencern und Journalisten unterscheiden. Journalismus ist kein Nice-to-have, es ist Basis.“


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Die Expertenrunde: Die neue Medienkommission und der Neustart der Portale

Wie dieser Neustart konkret aussieht, beleuchtete die anschliessende Expertenrunde. Gerald Hosp (Stiftung Zukunft.li) legte den Fokus auf die notwendige Weiterentwicklung des aktuellen Fördersystems, um Raum für den neuen Wettbewerb zu schaffen:

„Das Medienhaus ist ein Quasi-Monopolist und bekommt mehr als 80 Prozent der Medienförderung. Das Medienhaus kann eigentlich nur mit Medienförderung derzeit Profite machen.“

Hier setzt die neu zusammengesetzte Medienkommission an. Deren Präsidentin, Dr. Marion Flatz-Mäser, erklärte die Motivation, die Vergabe der Medienförderung für die Zukunft breiter aufzustellen:

„Mir persönlich wäre es recht, wenn es nicht so kleine Pflanzen geben würde, sondern auch schon grössere, nämlich so ein bisschen ein Gegengewicht auch zum Medienhaus, zumindest in geringen Ansätzen.“

Zwei der neuen, frisch geförderten Pflänzchen präsentierten sich selbstbewusst dem Publikum. Rita Feger (Onlinemedium Lie24) berichtete engagiert über den erfolgreichen Start seit Februar:

„Bis jetzt läuft es ganz gut. Als Portal können wir nur funktionieren, indem wir auch freie Mitarbeiter bezahlen und so gesehen sind wir eigentlich schon an unseren Grenzen. Zum Durchhalten wird es in Zukunft schwierig sein.“

Voller Tatendrang und Optimismus präsentierte sich auch Thomas Mandel (Gratiszeitung & Onlineplattform Der Stammtisch), nachdem sein Projekt nach intensiver Prüfung das grüne Licht für die Anschubfinanzierung erhalten hat:

„Uns hat das sehr gefreut, dass das Medium auch in der Regierung in der Prüfung so viel Anklang gefunden hat, dass es gefördert wird. Das Ziel ist, dass wir es so lange betreiben, dass es förderungswürdig ist. Ehrlich und auf Augenhöhe.“

Die Stimme der Praxis: Aufbruch, Vielfalt und neue Qualität

Der neu entfachte Wettbewerb sorgt für spürbare Dynamik und zwingt die Medienmacher zu mutigen, klaren Profilen. Johannes Kaiser (Lie:Zeit) sieht im raueren Marktumfeld vor allem eine Chance für echten Qualitätsjournalismus:

„Das Marktumfeld ist viel rauer geworden. Vielfalt entsteht nur dort, wo Medienhäuser sich trauen, auch unbequeme Fragen zu stellen.“

Für Carmen Dahl (Liechtensteiner Presseclub LPC) ist das Vertrauen der Leser das Fundament für diesen Neustart:

„Guter Journalismus soll nichts weglassen, er soll aber auch nichts dazumachen. Und das ist das Entscheidende.“

Dass innovative Medienformate vor allem die Nähe zu den Menschen und die nächste Generation im Blick haben müssen, betonte Silvia Abderhalden (exclusiv.li):

„Ich glaube auch, dass die Konsumenten daran interessiert sind, etwas zu erfahren, was in der Region passiert. Ich finde ganz wichtig, dass wir auf die Jugend schauen, dass wir die Zukunft fördern.“

Einen wichtigen Impuls für künftige Kriterien der Medienkommission lieferte schliesslich Gregor Meier (Landesspiegel), der eine stärkere Gewichtung des journalistischen Contents forderte:

„Das Format ist ja nicht entscheidend. Der Output ist für die Förderung irrelevant und das finde ich schon irgendwo schade.“

Hintergrund zur Mediendebatte


  • Ereignis: Erste Live-Videopodcast-Produktion von podcasthus.li zur Zukunft der liechtensteinischen Medienlandschaft.

  • Kernthema: Medienförderung, Vielfalt und die Rolle der neu formierten Medienkommission.

  • Schauplatz: Gemeindesaal Triesen.

  • Auf dem Podium: Andreas Krättli (Moderation), Regierungsrat & Medienminister Hubert Büchel, Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg) und Henriette Engbersen (Leiterin Public Value SRG SSR).

  • In der Expertenrunde: Gerald Hosp (Stiftung Zukunft.li), Dr. Marion Flatz-Mäser (Medienkommission), Rita Feger (Lie24), Thomas Mandel (Der Stammtisch), Johannes Kaiser (Lie:Zeit), Carmen Dahl (Liechtensteiner Presseclub), Silvia Abderhalden (exclusiv.li) und Gregor Meier (Landesspiegel).

  • Trägerschaft: Eine Kooperation von Podcasthus.li und dem Liechtensteiner Presseclub (LPC) in Zusammenarbeit mit der Medienkommission Fürstentum Liechtenstein.



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